Stolpersteinprojekt der Klasse 6a
Seit Februar beteiligt sich die Klasse 6a im Rahmen des Deutsch- und Gewi-Unterrichts am Stolpersteinprojekt, inspiriert durch die AG „Demokratie“. Ziel des Projekts ist es, sich mit der Geschichte jüdischer Menschen in unserer Stadt auseinanderzusetzen und ihre Schicksale vor dem Vergessen zu bewahren.
Im Unterricht beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der jüdischen Religion. Außerdem lasen sie den Jugendroman Damals war es Friedrich von Hans Peter Richter und setzten sich mit dem Leben von Anne Frank auseinander. Dadurch erhielten sie einen eindrucksvollen Einblick in die Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts war die Recherche über Dr. S. Marcus, der früher als praktischer Arzt in unserem Stadtteil tätig war. Er musste sein Haus verlassen, wurde in das Landwerk Steckelsdorf eingewiesen und nahm sich schließlich aus Angst vor der Deportation in ein Konzentrationslager das Leben.
Als Vorankündigung der geplanten Stolpersteinverlegung führten die Schülerinnen und Schüler eine Sprühaktion in der Berliner Straße und der Göttliner Straße durch. An diesen Orten sollen im kommenden Jahr die Messingsteine für die Familie Schul und Dr. Marcus offiziell verlegt werden.
Die Stolpersteine erinnern an jüdische Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Sie stehen stellvertretend für die rund sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Mit der Verlegung der Stolpersteine erhalten die Familie Schul und Dr. Marcus ihren Namen und ihren Platz in der Geschichte unserer Stadt zurück. So leisten die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und setzen ein Zeichen für Demokratie, Menschlichkeit und gegen das Vergessen.